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Ein Herz für die Armen – Jacqueline Ndouga berichtet über Kamerun

Datum Zeit
03.11.2021
18:45 - 20:15

Veranstaltungsort
Seminarraum der Annakirche
Annagasse 3b
1010 Wien


Schwester Jacquelline vom Orden Dienerinnen Mariens aus Kamerun hält einen Vortrag über das zentralafrikanische Land. Ihr Bruder Bernard lebt schon längere Zeit in Wien, er war in der UNO tätig.  Beide werden ein anschauliches Bild von Kamerun bieten. Eintritt frei, über eine Spende freut sich Sr. Jacqueline.

 

Aus der Zeitschrift von Missio:

Ein Herz für die Armen

Clarisse schleppt sich in der Nacht zur Geburtentstation von Schwester Jacqueline Ndouga in Makak im Süden von Kamerun. Es ist 1:35 Uhr, der ganze Unterleib der schwangeren Frau ist voller Blut, Schwester Jacqueline tut alles, um Clarisse zu helfen. Schließlich kommt ihr Kind 3 Monate zu früh auf die Welt und stirbt wenige Tage später. ,,Ich wünsche mir so sehr zwei oder drei Brutkästen! So hätte ich viele Babys wie auch das von Clarisse retten können“, sagt die Ordensschwester.

Schwester Jacqueline kennt in Makak fast jeder, sie tut alles für die Menschen in dieser sehr armen Region nahe der kamerunischen Hauptstadt. Manchmal arbeitet sie 70 Stunden lang durch, weil eine Schwangere nach der anderen hereinkommt und dringend Hilfe braucht. Ich konnte die Hebammenkunst in Europa studieren nach meiner Rückkehr nach Kamerun fand ich die Geburtenstation in einem furchtbaren Zustand“, sagt Schwester Jacqueline. Schritt für Schritt verbessert sie seither die Ausstattung der Station: ein modernes Ultraschallgerät, bessere Medikamente. Und es braucht ein neues Dach, denn durch Regen und Hitze ist es nicht mehr dicht.

Die Ordensfrau ist in ihrer Arbeit tagtäglich mit großer Armut und großem Leid konfrontiert, sie orientiert sich dabei immer am Evangelium und am Vorbild Jesu: „Das Evangelium drängt uns, mit armen Menschen zu sprechen und sie wirklich kennenzulernen.“ Schwester Jacqueline erlebt als Hebamme viele Formen von Armut: „Viele sind arm, weil sie schlecht ausgebildet sind oder wenig wissen. Dann gibt es viele schwangere Frauen, die einfach nicht wissen, wie sie ihr Baby ernähren können.“

Schwester Jacqueline will in jeder Begegnung mit Menschen ihr Herz öffnen“ und zum anderen Jesus sehen: Armut und Arme  werden gerne vergessen!“ Gerade in der aktuellen Coronapandemie sind die Herausforderungen für die Menschen in Kamerun  groß: „Besonders zu Beginn der Krise hatten wir wenig Möglichkeiten, uns zu schützen. Jetzt wird es besser, aber Ausgangsbeschränkungen und andere Maßnahmen haben den Menschen, die kaum etwas haben, sehr zugesetzt“, sagt die Ordensfrau, Schwester Jacqueline lässt sich auch von der aktuellen Situation nicht einschüchtern. Sie kämpft weiter für die Ärmsten der Armen.

Jacqueline Ndouga



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