Archiv der Kategorie: Verkündigung

Erholsamen Sommer!

Liebe Freunde der Annakirche,

die Sommermonate sind zumindest bei Schülern und Lehrern die beliebtesten des Jahres. Auch Ihnen allen wünschen wir Freude am Sommer und erholsame Wochen in schöner Umgebung.
Was sagte da vor kurzem ein Vater: „Meine liebe Familie, während des Jahres gibt es oft viel zu tun. Der Sonntag ist dann der Tag der Ruhe. Doch jetzt ist Urlaub. Erholung und Ruhe lassen wir uns durch nichts verdrießen. Jetzt haben wir auch Zeit für die Seele. Was tut ihr gut? Denken, danken, beten.“
Recht hat er! Wer ihm Recht gibt, sucht selbständig zu denken. Sammlung, Andacht hilft. Kapellen und Kirchen laden dazu ein. Schau auf den Tabernakel, schau in dein Herz. Danke dem Herrn! Was immer dir gefällt, hat er dir geschenkt. Danken macht Freude. Wer dankt, gleitet ins Gebet.

Schlechtwetterprogramm:

Holen Sie sich Anregungen unter www.osfs.eu oder www.franzvonsaleslexikon.de

Glaube wächst im Gebet

Franz von Sales ebnet in seiner Philothea „Wege der Freundschaft mit Gott“.

Im Gebet wächst diese Freundschaft. Wer betet, erlebt bewusst Gottes Gegenwart. Testen Sie bitte, ob auch für Ihre Seele gilt, was bei ihm zu lesen ist: „Das Gebet – vorausgesetzt, wir üben es täglich – macht den Weg frei, so dass uns das göttliche Licht berühren und unsere Innerlichkeit die Wärme göttlicher Liebe spüren kann. Das Gebet ist eine Segen bringende Quelle, die unser Leben zum Grünen, Blühen und Fruchten bringt, vorher aber den Boden von allem Unguten und von Wachstum hindernden Dingen befreit. Indem wir unsere Seele unter den Einfluss der Wahrheit und der Liebe Gottes stellen, fällt alles ab, was Gott missfällt.

Es ist empfehlenswert, mit der Betrachtung zu beginnen – besonders mit der Betrachtung des Lebens und Leidens Jesu Christi. Wenn du den Herrn in den Mittelpunkt stellst und nicht dein Ich, wird deine Seele von ihm erfüllt. Du wirst mehr und mehr dein Fühlen, Denken, Sprechen und Handeln von ihm her gestalten und dich von ihm formen lassen. Das Erste, das bei jedem Gebet geschieht, ist das Freiwerden von allem, was nicht zu uns gehört und was uns belastet.

Die Mystik nennt es den Weg der Reinigung. Jesus ist die sprudelnde Quelle, deren Wasser uns von allem rein wäscht und uns ewiges Leben schenkt.

Familie und Communio

Monatsgedanken Juni 2014

Die Familie macht eine tiefe kulturelle Krise durch wie alle Gemeinschaften und sozialen Bin­dungen. Im Fall der Familie wird die Brüchigkeit der Bindungen besonders ernst, denn es handelt sich um die grundlegende Zelle der Gesellschaft, um den Ort, wo man lernt, in der Verschieden­heit zusammenzuleben und anderen zu gehören, und wo die Eltern den Glauben an die Kinder weitergeben. Die Ehe wird tendenziell als eine bloße Form affektiver Befriedigung gesehen, die in beliebiger Weise gegründet und entsprechend der Sensibilität eines jeden verändert werden kann. Doch der unverzichtbare Beitrag der Ehe zur Gesellschaft geht über die Ebene der Emo­tivität und der zufälligen Bedürfnisse des Paares hinaus.

Wie die französischen Bischöfe darlegen, geht sie nicht hervor aus dem Gefühl der Lie­be, das definitionsgemäß vergänglich ist, sondern aus der Tiefe der von den Brautleuten übernom­men Verbindlichkeit, die zustimmen, eine umfas­sende Lebensgemeinschaft einzugehen.

Der postmoderne und globalisierte Indi­vidualismus begünstigt einen Lebensstil, der die Entwicklung und die Stabilität der Bindungen zwischen den Menschen schwächt und die Na­tur der Familienbande zerstört. Das seelsorgliche Tun muss noch besser zeigen, dass die Beziehung zu unserem himmlischen Vater eine Communio fordert und fördert, die die zwischenmensch­lichen Bindungen heilt, begünstigt und stärkt.

  Papst Franziskus: Evangelii gaudium Nr. 66f

 

Die hl. Kommunion macht immun gegen die Sünde

König Mithridates VI. (132 – 63 v.Chr.) schrieb ein Buch über Gifte, und es wird erzählt, er habe sein Leben lang bestimmte Gifte eingenommen, mit denen er seinen Körper derart stabilisierte, dass keine Möglichkeit mehr bestand, ihn zu vergiften.
Durch die Einsetzung der heiligen Eucharistie kommt uns der Heiland immer und überall entgegen. Wenn wir uns ihr öffnen und sie empfangen, schenkt er uns Immunität gegen die Sünde und ewiges Leben.
Brot, das vom Himmel herabkommt, ist das, nach dessen Genuss man nicht mehr stirbt.

  Franz von Sales, Philothea 3,20

 

Die Lunge des Gebetes

Evangelisierende mit Geist sind Verkünder des Evangeliums, die beten und arbeiten. Vom Gesichtspunkt der Evangelisierung aus nützen weder mystische Angebote ohne ein starkes soziales und missionarisches Engagement noch soziales oder pastorales Reden und Handeln ohne eine Spiritualität, die das Herz verwandelt.

Diese aufspaltenden Teilangebote erreichen nur kleine Gruppen und haben keine weitreichende Durchschlagskraft, da sie das Evangelium verstümmeln.

Immer ist es notwendig, einen inneren Raum zu pflegen, der dem Engagement und der Tätigkeit einen christlichen Sinn verleiht. Ohne längere Zeiten der Anbetung, der betenden Begegnung mit dem Wort Gottes, des aufrichtigen Gesprächs mit dem Herrn verlieren die Aufgaben leicht ihren Sinn, werden wir vor Müdigkeit und Schwierigkeiten schwächer und erlischt der Eifer. Die Kirche braucht dringend die Lunge des Gebets, und ich freue mich sehr, dass in allen kirchlichen Einrichtungen die Ge­betsgruppen, die Gruppen des Fürbittgebets und der betenden Schriftlesung sowie die ewige eucharistische Anbetung mehr werden.

Papst Franziskus: Die frohe Botschaft Jesu,
Evangelii gaudium Nr. 262

Thomas von Aquin (1225 – 1274) Betrachtungen

Monatsgedanken Februar 2014

Der bedeutende Kirchenlehrer schreibt:
Um den Schatz der Wissenschaften zu gewinnen, möchte ich dir folgenden Rat geben:

Wähle den Weg über die Bäche und stürze dich nicht gleich in das Meer!
Man muss durch das Leichtere zum Schwierigen gelangen.

Sei bedachtsam im Reden und gehe bedachtsam in ein Gespräch.

Meide Streitgespräche, was immer auch beredet wird.

Wenn du etwas in der Schatzkammer deines Geistes verschließen kannst, dann bemühe dich, wie ein Dürstender die Gefäße zu füllen.

Liebe deine Zelle, wenn du in den Weinkeller der Weisheit geführt werden möchtest.

Beachte nicht, von wem du etwas hörst, sondern, wenn Gutes gesagt wird, merke es dir.
In Zweifeln verschaffe dir Gewissheit.

Versäume nicht, den Spuren der Heiligen und der Guten zu folgen.

Höre nicht auf zu beten.

Wenn du diese Bahn einschlägst, wirst du lebendig bleiben und nützliche Frucht bringen im Weinberg des Herrn.

Aus dem Brevier, Band II/4 S. 293f

Ein Zitat des hl. Franz von Sales zu jedem Tag finden Sie unter: 
www.osfs.eu „Ein Wort zum Tag“

Am Wort Gottes orientiert

Monatsgedanken Jänner 2014

174. Nicht nur die Homilie muss aus dem Wort Gottes ihre Nahrung schöpfen. Die gesamte Evangelisierung beruht auf dem Wort, das vernommen, betrachtet, gelebt, gefeiert und bezeugt wird. Die Heilige Schrift ist Quelle der Evangelisierung. Es ist daher notwendig, sich unentwegt durch das Hören des Wortes zu bilden. Die Kirche evangelisiert nicht, wenn sie sich nicht ständig evangelisieren lässt. Es ist unerlässlich, dass das Wort Gottes »immer mehr zum Mittelpunkt allen kirchlichen Handelns werde«. [135] Das vernommene und – vor allem in der Eucharistie – gefeierte Wort Gottes nährt und kräftigt die Christen innerlich und befähigt sie zu einem echten Zeugnis des Evangeliums im Alltag. Wir haben den alten Gegensatz zwischen Wort und Sakrament bereits überwunden. Das lebendige und wirksame verkündete Wort bereitet auf den Empfang des Sakramentes vor, und im Sakrament erreicht dieses Wort seine größte Wirksamkeit.

175. Das Studium der Heiligen Schrift muss ein Tor sein, das allen Gläubigen offensteht.[136] Es ist grundlegend, dass das geoffenbarte Wort die Katechese und alle Bemühungen zur Weitergabe des Glaubens tief greifend befruchtet.[137] Die Evangelisierung braucht die Vertrautheit mit dem Wort Gottes. Das verlangt von den Diözesen, den Pfarreien und allen katholischen Gruppierungen das Angebot eines ernsten und beharrlichen Studiums der Bibel sowie die Förderung ihrer persönlichen und gemeinschaftlichen Lektüre im Gebet.[138] Wir tappen nicht in der Finsternis und müssen nicht darauf warten, dass Gott sein Wort an uns richtet, denn »Gott hat gesprochen, er ist nicht mehr der große Unbekannte, sondern er hat sich gezeigt«.[139] Nehmen wir den erhabenen Schatz des geoffenbarten Wortes in uns auf.

entnommen dem apostolischen Schreiben Evangelii gaudium

Wir müssen voll auf Gott vertrauen

Franz v. Sales bereitete Johanna Franziska auf Schicksalsschläge vor.

Der Tod entriss Johanna 5 ihrer 6 Kinder, ihren Ehemann, Franz v. Sales, ihren Bruder André und einige ihrer liebsten Mitschwestern im Orden der Heimsuchung.

Trotz all dieser Schicksalsschläge hielt Johanna Franziska daran fest, was sie von Franz von Sales gelehrt bekam: „Überlassen wir alles vertrauensvoll der göttlichen Vorsehung, auch wenn wir sie nicht verstehen, und bleiben wir in Gottes Frieden. Gottes Wille ist immer Gottes Liebe. Sein Wille geschehe.“

„Ich kann und darf nichts anderes tun, als dich zu preisen“.
 

So schrieb Johanna Franziska, als sie wieder einmal von einem Schicksalsschlag getroffen wurde. Ein solcher Satz macht deutlich, dass sie in ihrem Kopf sehr wohl begriffen hat, dass Gott allein genügt, auch wenn dieser Gott ihr alles nimmt, ihre Gefühle jedoch, ihr Herz durchleben einen Kampf, wenn es um die Hingabe an diesen unverständlichen Willen Gottes geht.

Johanna Franziska von Chantal tat sich schwer, den Willen Gottes anzunehmen. Es erforderte von ihr Übung, Ausdauer, Kampf und Überwindung. Dennoch konnte sie mit Überzeugung sagen: „Wir müssen voll auf Gott vertrauen, der uns niemals im Stich lässt.“ Weil sie trotz allem, genauso wie Franz von Sales überzeugt war, dass Gottes Wille immer Ausdruck seiner Liebe ist.

Herbert Winklehner in: www.Franz-Sales-Verlag.de

Ganz Gott gehören

Monatsgedanken September 2013

Johanna Franziska von Chantal wünscht für ihre Jahresexerzitien das Thema „Ganz Gott gehören“. Und Franz von Sales hat sie intensiv mit diesem Thema beschäftigt.

„Wie fühlen Sie sich, wenn Sie wirklich ganz Gott und nur noch Gott gehören, wenn Sie nichts anderes mehr haben als nur noch Gott? Können Sie dann auch wie Ijob sagen: Der Herr hat es gegeben, der Herr hat es genommen, gepriesen sei der Name des Herrn?“
Johanna Franziska fiel es sehr schwer, sich voll und ganz Gott anzuvertrauen. Diese Ganzhingabe an Gott und seinen Willen, so sagte sie, „dringe in ihre Seele ein wie ein scharfes Messer“. Am Ende ihrer Exerzitien aber war sie bereit, Gott alles, was ihr gehört, hinzugeben, und wie Jesus im Garten von Getsemani zu sagen: „Nicht mein, sondern dein Wille soll geschehen.“

Nicht einmal ein Jahr später erfuhr diese völlige Hingabe an den Willen Gottes die erste große Herausforderung. 1617 verlor sie ihre älteste Tochter Marie-Aimée bei der Geburt des ersten Kindes. Auch das neugeborene Kind, von Johanna Franziska notgetauft, starb in ihren Armen.
Am schlimmsten von allem aber war für sie der Tod ihres geistlichen Freundes und Wegbegleiters Franz von Sales am 28. Dezember 1622.
In einem Brief beschreibt sie ihre Gefühle: „Mein Herz war über alle Maßen getroffen. Ich warf mich auf die Knie und betete die göttliche Vorsehung an, in dem ich, so gut ich konnte, den heiligsten Willen Gottes umarmte und meine namenlose Betrübnis in ihm. Ich weinte heftig den noch übrigen Tag, die ganze Nacht bis zur heiligen Kommunion am nächsten Tag.“

P. Herbert Winklehner in franz-sales-lexikon.de

Warum beten wir den Kreuzweg?

Das Osterfest ist das größte Fest der Christenheit, weil wir in diesen Tagen die endlos sich wiederholende Vergegenwärtigung Gottes in unserer Welt feiern.

Wir erinnern uns an die unerschöpfliche Liebe, mit der Jesus seine Bereitschaft gezeigt hat, die Menschen in allen ihren Eigenheiten als Brüder und Schwestern anzunehmen, und er erinnert uns daran, was wir unsererseits zur Erlösung unserer selbst und aller beitragen können.
Daher ruht die Vorbereitungszeit dafür auf den drei Säulen: Almosen, Gebet und Fasten.
Teilen mit den Mitmenschen, Betrachtung der Wege Jesu und Freimachen innerer Räume: Jedes dieser Vorhaben stützt sich auf die beiden anderen.
Und wenn wir uns – angesichts unserer Ansprüche an uns selbst – in unseren weltlichen Eigenheiten zu verheddern drohen, können wir zum Gottessohn als Vorbild und Orientierung zurückkehren.

Marienmonat Mai

Im Frühling, nach der Fastenzeit und dem (in heutigen Zeiten zumindest an Sonnenlicht) entbehrungsreichen Winter, sind wir im Kirchenjahr eingeladen, uns in die Lieblichkeit und die mütterliche Güte Marias einzufühlen.

In den Maiandachten können wir das Leben und Wirken der Gottesmutter betrachten und zum Vorbild nehmen. Sie hat sich dem Willen Gottes vorbehaltlos vertrauend zur Verfügung gestellt.

Wenn wir sie ehren, ehren wir durch sie ihren Sohn.
Wenn wir sie anrufen, rufen wir in Gemeinschaft mit ihr den Vater an. Und wenn wir ihr nacheifern, geben wir dem Geist die Möglichkeit, in uns zur Entfaltung zu kommen.