Nachprimiz am 11. März 2012 18.00 Uhr

Primizgottesdienst mit Primizsegen von P. Stefan Weig OSFS

Abseits von den Höhepunkten des kirchlichen Lebens in St. Anna, Franz-von-Sales-Fest und Patrozinium, wurden die Gläubigen am 11. März Zeugen eines weiteren berührenden Festes:

In einer wohlgefüllten Kirche feierte P. Stefan seinen dennoch intimen Einstand in Wien.

Mit einfachen und doch packenden Worten verstand er es, ganz im Geist des Ordensvorbildes Franz von Sales, die Menschen mit seiner Fastenpredigt in seinen Bann zu ziehen.

Bezugnehmend auf das Evangelium dieses ersten entschiedenen Auftrittes Jesu in der Öffentlichkeit umgesetzt auf die heutige Situation lautete die klare Botschaft: 
Seelenreinigung statt Tempelreinigung.

Was auch immer wir meinen, was in der Kirche falsch laufen könnte oder wo andere Menschen in ihrem Glauben irren, sind das Angelegenheiten, die in Ordnung zu bringen nur Jesus selbst zusteht.

Wir können immer nur bei uns selbst beginnen, und da gibt es wahrlich erst einmal genug zu tun, bevor man sich allzu große Sorgen um die Belange anderer macht.

Um dafür die nötige geistliche Stärkung zu erhalten, empfingen die Gläubigen im Anschluss an die hl. Messe einen allgemeinen und den Einzelprimizsegen.

P. Stefan wurde am 29. Januar 2012 in Markt Indersdorf bei München durch Bischof Joachim Wanke (Erfurt) zum Priester geweiht. Er arbeitet jetzt in Wien bei der Beratungsstelle „Quo vadis“ und in den Pfarren Krim, Glanzing und Kaasgraben und wohnt in der Gemeinschaft von St. Anna.

Ein herzliches Vergelt’s Gott für die Bereitschaft, den Menschen zu dienen und willkommen in Wien!

Die Gottesdienstgemeinde der Annakirche Wien

Geduld und Vernunft

Monatsgedanken März 2012

Wir möchten, dass es auf unserem Weg weder Schwierigkeiten noch Widerwärtigkeiten noch Plagen gäbe. Wir wünschten uns Freude ohne Rückschlag, immer Gutes ohne Böses, Gesundheit ohne Krankheit, Ruhe ohne Mühen, Frieden ohne Aufregung. Welch ein Unsinn! Man verlangt Unmögliches, denn die ungetrübte Reinheit gibt es nur im Paradies: Das Gute, das Ausruhen, die Freude, alles ist nur im Himmel ganz rein, ohne jegliche Beimischung von Unruhe und Leid. Dagegen weist die Hölle Schlechtigkeit, Verzweiflung, Aufruhr und Unrast in ebenso unverfälschter Reinheit auf, ohne dass dort irgend etwas Gutes, irgendwie Hoffnung, Ruhe und Frieden zu finden wären. In diesem vergänglichen Leben gibt es aber nichts Gutes, dem nicht Böses auf dem Fuß folgte, keinen Reichtum ohne Sorgen, kein Ruhen ohne Plage, keine Freude ohne Leid, keine Gesundheit ohne Krankheiten. Kurzum, alles ist miteinander vermischt, es ist ein ständiges Auf und Ab, Hin und Her.

Gott wollte den Wechsel der Jahreszeiten: auf den Sommer sollte der Herbst, auf den Winter der Frühling folgen, damit wir einsehen, dass in diesem Leben nichts von Bestand, nichts „von Dauer“ (Koh 2,11) ist und alles Zeitliche ständig in Fluss, den Veränderungen und dem Wechsel unterworfen. Aber wie gesagt, weil man sich dieser Wahrheit so wenig bewusst ist, deshalb die wechselnden Launen und Stimmungen. Man hört eben nicht auf die Vernunft, die Gott uns verliehen, und doch macht gerade sie uns Gott ähnlich, weil ihr Unwandelbarkeit, Beständigkeit und Festigkeit zu eigen sind.

Franz von Sales: Band 2, Seite 50

Weitere Texte zu Franz von Sales finden Sie unter
www.osfs.eu

Musical „Die Baronin“ in Eichstätt

Im Rahmen der Begegnungsabende „Spiritualität im Miteinander“ beschäftigen wir uns mit der Heiligen, die die salesianische Spiritualität erst komplett macht: Johanna Franziska von Chantal.

Wir sehen einen Videofilm des Sensationsmusicals „Die Baronin“, in dem das wechselvolle Leben der Frau szenisch dargestellt wird, die mit Franz von Sales durch eine Herzensfreundschaft verbunden war und mit ihm den Orden der Heimsuchung Mariens, die „Salesianerinnen“, gründete.

In sieben bis zum letzten Platz ausverkauften Vorstellungen in der Aula der Universität Eichstätt begeisterten 130 Mitwirkende das Publikum und konnten sage und schreibe € 34.103,24 als Spende für die Missionstätigkeit der Oblaten des hl. Franz von Sales überreichen.

Die Inszenierung war ein derartiger Erfolg, dass sie eine eigene Homepage erhielt, auf der Sie alles Wissenswerte nachlesen können: http://www.musical-diebaronin.de/

Sanftmut und Geduld

Monatsgedanken Februar 2012

Es gehört nicht viel dazu, recht sanftmütig zu sein, wenn einem nichts in die Quere kommt und die Geduld nicht auf die Probe gestellt wird.

– Sagt man mir von einer Schwester: „Man hat sie noch nie einen Fehler begehen sehen,“ dann ist meine erste Frage: „Hat sie ein Amt?“ Und hat sie keines, dann gebe ich auf ihre Vollkommenheit nicht viel. Denn es ist ein sehr großer Unterschied zwischen der Tugendhaftigkeit einer solchen Schwester und der einer anderen, deren Tugend sich in äußeren Schwierigkeiten, wie Unannehmlichkeiten und Geschäften, oder in inneren Kämpfen und Versuchungen bewährt hat. Nicht im Frieden erstarkt die Tugend, sondern im Kampf mit den ihr entgegengesetzten Untugenden.

Gewiss, sich diese Tugend der Sanftmut mit dem Schwert in der Hand erstritten zu haben, mag ja vorbildlich und sehr erbaulich sein; kommt es aber zur Erprobung, dann könnt ihr es erleben, wie der Sanftmütige aufbraust und so beweist, dass seine Sanftmut nur eine eingebildete, nicht eine kraftvolle und echte Tugend war.

Franz von Sales, Bd.2, S. 249, Geistliche Gespräche

Weitere Texte zu Franz von Sales finden Sie unter http://www.osfs.eu/

 

Spiritualität behutsam und sanft

Wenn dein Herz wandert oder leidet,
bring es behutsam an seinen Platz zurück und versetze es sanft in die Gegenwart deines Herrn.

Und selbst wenn du in deinem Leben nichts getan hast,
außer dein Herz zurückzubringen und wieder in die Gegenwart unseres Gottes zu versetzen,
obwohl es jedesmal wieder fortlief, nachdem du es zurückgeholt hattest,
dann hast du dein Leben wohl erfüllt.

Franz von Sales

Fest des hl. Franz von Sales 2012

„Für die Menschen da sein
und sie zu Jesus führen!“

Mit diesen Worten würdigte der Wiener Weihbischof Dipl. Ing. Mag. Stephan Turnovszky das Wirken der Oblaten des Hl. Franz von Sales in der Annakirche, in der sie für eine Atmosphäre der anbetenden Stille vor dem Allerheiligsten und einen stets besetzten Beichtstuhl sorgen.

Für sie war es eine besondere Freude, am Festtag ihres Ordensheiligen am 24. Jänner 2012 mit dem sympathischen jungen Weihbischof, Brüdern im Glauben aus St. Augustin (u.a. dem zuständigen Pfarrer P. Matthias) und zahlreichen Gläubigen, die an diesem Tag die Annakirche füllten, die Eucharistie zu feiern.

Der Hausobere der Gemeinschaft, P. Bachinger, nahm die Gelegenheit wahr, sich bei den vielen Menschen zu bedanken, die mit ihrem zuverlässigen Einsatz zusammenhelfen, das Gemeindeleben im Alltag und bei den Festen lebendig zu erhalten:
So wuchsen die Mitglieder der Choralschola St. Anna nicht nur mit der Aufführung der „Missa Pastoritia“ von Karl Kempter über sich hinaus, sondern sind auch federführend bei der Organisation und der Ausstattung der Agapen mit besonderen Schmankerln.
Ebenso gebührt dem Organisten, Herrn Gerhard Sappert, ein spezieller Applaus für seinen umsichtigen Einsatz das ganze Jahr über, und ist auch die im Haus untergebrachte Pfadfindergruppe immer bereit, bei Sondereinsätzen helfend einzuspringen.

Über dem Ort weht eben der Geist des heiligen Franz von Sales in besonderer Weise, und über ihn lasse es sich aber auch ganz besonders leicht predigen, stellte der Weihbischof fest, indem er der Festgemeinde ein Zitat des Tagesheiligen verriet, das ihn auf seinem ganz persönlichen spirituellen Weg begleitet hat (und das wie ein wunderbarer Ratschlag klingt, sollte es im eigenen Leben oder im Zusammenleben in einer Gemeinschaft einmal doch nicht so friktionsfrei ablaufen):

Wenn dein Herz wandert oder leidet, 
bring es behutsam an seinen Platz zurück und versetze es sanft in die Gegenwart deines Herrn.
Und selbst wenn du in deinem Leben nichts getan hast, 
außer dein Herz zurückzubringen und wieder in die Gegenwart unseres Gottes zu versetzen,
obwohl es jedesmal wieder fortlief, nachdem du es zurückgeholt hattest,
dann hast du dein Leben wohl erfüllt. 

Zum Nachklingen gebracht wurde die Aussage mit der Feststellung, dass man den Urheber Franz von Sales am besten charakterisiert, indem man das Hauptaugenmerk auf die Worte „behutsam“ und „sanft“ legt…

Wir bedanken uns sehr herzlich bei den Festzelebranten, allen Helferinnen und Helfern, die noch nicht genannt worden sind, sowie bei Mag. Thomas Neunteufel, der wieder für die Bilder vom Fest gesorgt hat.

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Wünsche für ein neues Jahr

Hab keine Angst!

Ich bitte dich: Lass dich in keiner Weise durch Angst verwirren! Der Skorpion ist giftig, wenn er sticht; zu einer breiigen Masse zerquetscht dagegen ergibt er ein Heilmittel gegen seinen eigenen Stich. So ist die Sünde eine Schande, wenn wir sie begehen; in Beichte und Buße umgewandelt aber ist sie ehrenvoll und heilsam. (Philothea 1,19)

Sei kühn!

O wie glücklich sind solche Seelen, die kühn und starkmütig an die Unternehmungen gehen, die Gott ihnen eingibt, aber auch geschmeidig und sanft diese aufzugeben wissen, wenn Gott es so haben will! (Theotimus IX,6, DASal 4,135)

Bleibe sanftmütig!

Die Sanftmut können wir gut an uns selbst üben, indem wir über uns oder unsere Fehler niemals in Zorn geraten. Gewiss verlangt die Vernunft, dass uns die Fehler missfallen und leid tun, aber dieses Missfallen darf nicht bitter, ärgerlich und zornig sein. Darin fehlen viele, die nach einem Zornausbruch [erst recht] in Zorn geraten, weil sie zornig waren; […] Die gewiss notwendige Abscheu vor unseren Fehlern muss also ruhig, ernst und fest sein. […] Glaube mir, ruhige und herzliche Ermahnungen des Vaters vermögen ein Kind viel eher zu bessern als Zorn und Wutausbrüche. (Philothea III, 9, DASal 1,132)

Weitere Texte zu Franz von Sales finden Sie unter: http://www.franzvonsaleslexikon.de/

Die Anbetungskirche im Herzen Wiens seit 1907

Wichtig ist das Brot,
wichtiger ist die Freiheit.
Am wichtigsten ist die ungebrochene Treue
in der Anbetung

Alfred Delp

 

Die Anbetung in der Annakapelle ist ein wichtiger Teil dieser Kirche.
Die Anbetung, welche Alfred Delp anspricht, geht über die Anbetung des Allerheiligsten hinaus und meint eine Lebenshaltung:

Ehrfurcht vor Gott, Liebe zu Gott, Ausrichtung des Lebens auf Gott,

Gott als die Nummer 1 im Leben wählen.

Ansprache P. Alfred Delp, P. Eberhard v. Gemmingen, 6.10.2007, Heilbronn

Betrachtung von P. Alois Bachinger OSFS

Sehnsucht nach Gott!

Monatsgedanken Dezember 2011

Eine Geschichte erzählt von einem Gottsucher, der einen weisen Mann fragt, wie er Gott finden könnte. Der weise Mann antwortete nicht, sondern packte den Gottsucher, zerrte ihn zu einem Brunnen und drückte dessen Kopf unter Wasser, so als ob er ihn ertränken wolle. Als er ihn wieder losließ, rang der Gottsucher erst einmal gierig nach Luft. Daraufhin fragte der weise Mann: „Und? Was hast du gefühlt, als dein Kopf unter Wasser war?“ Der Gottsucher antwortete: „Ich spürte eine unendliche Sehnsucht nach Luft.“ Der Weise entgegnete: „Wenn dein Verlangen nach Gott ebenso stark ist, wie diese Sehnsucht nach Luft in jenem Augenblick, dann wirst du Gott finden.“

„Gott ist so groß“, meinte Teresa von Avila (1515-1582), „dass er es wohl wert ist, von uns ein Leben lang gesucht zu werden.“ In einer solchen Aussage wird die große Sehnsucht spürbar, die diese spanische Mystikerin und Kirchenlehrerin geleitet haben muss. Gott ist so groß, dass all mein Sehnen nicht ausreicht, um ihn wie ihm Hohelied schon in diesem Leben packen und nicht mehr loslassen zu können.

Franz von Sales denkt ähnlich. Erst nach unserem Tod wird die Tugend der Sehnsucht ihre Aufgabe erfüllt haben. Bis dahin aber bleibt das Verlangen nach Erkenntnis bestehen. Und so soll es auch sein, damit unser Blick auf das gerichtet sei, was wirklich wesentlich ist: Gott und seine ewige Herrlichkeit.