Oblatenwallfahrt Samstag, 1. Oktober 2011

Berufen:
Das sind nicht nur die anderen, das bin vor allem ich.
Beim Wort Berufung sollen wir nicht allein an die geweihten Priester denken, an die Ordensschwestern und -Brüder, die ihr Leben für die Welt erkennbar in den Dienst Gottes gestellt haben. Ihre Berufungen gehen Hand in Hand mit der Bereitschaft der Christen, das Geschenk ihrer Taufe in die Liebe Christi für alle Mitmenschen erfahrbar zu machen.

Und so waren wir eingeladen, in Begegnung und Selbstreflexion, im Wandern durch die herbstliche Voralpenlandschaft und in der Versammlung an den Impuls- und Gebetsstationen uns Gottes Liebe und Führung zuzutrauen und immer wieder zu Christus hinzugehen und uns in ihm zu spiegeln, um so die uns eigenen Talente zu erkennen, die es selbstbewusst in unserem Alltag umzusetzen gilt.

Es war ein Tag, den die Oblatinnen und Oblaten des hl. Franz von Sales aus Wien, Niederösterreich und Oberösterreich und zahlreiche Gläubige dazu nutzten, sich wieder einmal zu treffen und auszutauschen und in der „Königin der Landpfarrkirchen“ gemeinsam Eucharistie zu feiern.

Herzlichen Dank allen Organisatorinnen und Organisatoren, die je ihre Berufung und ihre Liebe hineingesteckt haben, einen anregenden Wallfahrtstag zu gestalten!

Hier finden Sie die Impulstexte zum Nach-Lesen und Nach-Denken.

Der genaue Ablauf der Wallfahrt lässt sich nachvollziehen aus dem Plakat und einigen Bildern, die den Tag im Querschnitt repräsentieren.

Deo gratias!

 

Busreise ins Zipser Land, 11. – 17. September 2011

An dieser Fahrt nahmen 24 Personen teil. Fotos finden Sie auf der HP Annakirche. Viele Fotos verdanke ich Herbert Eidkum. Deo gratias!

PROGRAMM: Fahrt in das Zipser-Land:

1. Tag – 11.09.2011 – (Sonntag)
Wien-Trencin-Skalka nad Vahom-Trencin (bzw. Bad Tr. Teplice) – (ca 250 km)

In der Früh um 09.00 Uhr. – Abfahrt der Gruppe mit dem Bus von Wien über Bratislava. Abholung der Reiseleitung in Bratislava und Weiterfahrt nach Trnava – Stadtbesichtigung mit örtliche Reiseleitung.
Weiterfahrt nach Trenčín. Unterbringung im Hotel in Trenčín.
Nachmittag – Stadt und Burganlage Besichtigung, nachher Abfahrt der Gruppe nach Skalka nad Vahom, Besichtigungen und heilige Messe. Die Messe wird von Pater Dr. Hofinger zelebriert.
Retourfahrt nach Trenčín, Abendessen und Übernachtung im Grand Hotel, Trenčín.

TRNAVA – ist die ehemalige erzbischöfliche Residenz. 11 Kirchen, historischer Hauptplatz mit Stadtturm, alte Universität, Theater, Kapitulskastrasse – sind die Highlights der Metropole der Westslowakei.

TRENCIN – das römische Militärlager Laugaritio ist der nördlichste Beweis der Expansion römischer Legionen des Kaisers Marcus Aurelius in Mitteleuropa. Die Anschrift an der stellen Wand des Burgberges wurde zum Gedenken an den Sieg über die Quaden im Jahr 179 n.Chr. eingemeißelt. Die Dominante der Stadt ist die Burg mit der Geschichte und der Sage von Omar und Fatima.

SKALKA NAD VAHOM – unweit von Trenčín besuchen Gläubige den Wallfahrtsort Mala und Velka Skalka. Den älteren Teil bildet eine zweitürmige romanische Kirche, die dem hl. Benedikt geweiht ist. Velka Skalka besteht aus einem Komplex einer gotischen Kirche von 1224, aus einem Kloster und einer Einsiedlerhöhle. Seit dem Jahr 1664 gehörte das Objekt unter die Verwaltung der Jesuiten, die es renovierten. 1717 bauten sie die Kapelle des Hl. Svorad und Benedikt.

2. Tag – 12.09.2011 – (Montag)
Trenčín-Sväty Kriz-Tatranska Lomnica – (ca 250 km)

Nach dem Frühstück Abfahrt der Gruppe von Trenčín, Richtung Zilina über Sväty Kriz – in die Hohe Tatra. Kirche Besichtigung in Sväty Kriz. Weiterfahrt in die Hohe Tatra, Rundfahrt (Strbske Pleso, Stary Smokovec und Tatranska Lomnica. Abendessen und Übernachtung im Hotel Grand Praha**** in Tatranska Lomnica.

SVÄTY KRIZ – diese älteste Artikularkirche aus der Zeit von 1773-1774 stand ursprünglich in der Gemeinde Paludza. Im Zuge des Baus des Wasserkraftwerks Liptovska Mara wurde Sväty Kriz verlagert, rekonstruiert und in ihrer ursprünglichen Gestalt im Jahr 1982 in der Gemeinde Sväty Kriz ,14 km von Liptovsky Mikulas entfent, wieder aufgebaut. Die Kirche gehört zu den größten Holzbauten in Mitteleuropa.

3. Tag – 13.09.2011 – (Dienstag)
Tatranska Lomnica-Levoca-Zipser Burg-Zipser Kapitel-Zehra (Gotischer Weg) – – und retour – (ca 120 km)

Nach dem Frühstück Abfahrt der Gruppe nach Levoca. Besichtigungen in Spišské Podhradie. Nachmittag Fahrt zur Zipser Burg, Zipser Kapitel und Zehra.

LEVOCA – Hauptort des Zipser Landes. Rundgang durch die am besten erhaltene mittelalterliche Stadt der Slowakei, Besichtigung der Jakobskirche mit dem größten Schnitzaltar Europas, altes Rathaus und wunderschöne Bürgerhäuser.

ZIPSER BURG – auf einem Kalksteinfelsen, zweihundert Meter über dem umliegenden Gelände. Durch ihre Fläche vom mehr als 4 Hektar gilt sie als der größte und am besten erhaltene Burgkomplex Mitteleuropas.

ZIPSER KAPITEL – Bestandteil des Spišské Podhradie ist auch die Spisska Kapitula, der die spätromanische St. Martinskathedrale aus dem 13. Jh. mit zwei Türmen dominiert. Die Kathedrale hat ein besonders wertvolles Interieur – insbesondere gotische Altäre, Statuen, Grabplatten, Kelche, Glocken und Fresken. Die Burg Spissky hrad ist seit 1993 in der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes eingetragen.

Die Gemeinde ZEHRA (Schigra) ist durch ihre wertvolle, römisch-katholische Kirche des Hl. Geistes, in das Verzeichnis der UNESCO eingetragen. Nach der Besichtigung Retourfahrt nach Tatranska Lomnica, Abendessen und Übernachtung im Hotel Grand Praha**** in Tatranska Lomnica

4. Tag – 14.09.2011 – (Mittwoch)
Tatranska Lomnica-Spisska Sobota-Kezmarok – und retour (ca 180 km)

Am Vormittag Fahrt nach Poprad zum Stadtteil Spisska Sobota. Stadt und Kirche Besichtigung. Weiterfahrt nach Kežmarok. Kirchen-, Stadt- und Burgbesichtigung. Rückfahrt in die Hohe Tatra, nach Wunsch Fahrt mit der Seilbahn auf den Lomnický štít (separat zu bezahlen)
Abendessen und Übernachtung: Hotel Grand Praha in Tatranska Lomnica.

SPISSKA SOBOTA – (Georgenberg) ist heutzutage eine der besterhaltenen, mittelalterlichen Städte der Slowakei. Inmitten des Platzes steht die ursprünglich spätromanische St. Georgskirche aus dem Jahr 1273 mit wertvoller Inneneinrichtung.

KEZMAROK – es gehört zu den Städten mit einer langen und ruhmreichen Geschichte und ist neben Levoca ein großes, historisches Denkmal in der Zips. Rundgang in der unter Denkmalschutz stehenden Altstadt. Der Stolz der Stadt ist die hölzerne, evangelische Artikularkirche. Im evangelischen Lyceum wurde die größte historische Schulbibliothek in Mitteleuropa untergebracht.

5. Tag – 15.09.2011 – (Donnerstag)
Tatranska Lomnica-Bardejov-Holzkirchen – Kosice – (ca 220 km)

Nach dem Frühstück Abfahrt der Gruppe nach Bardejov.
Stadtbesichtigung und Mittagessen in Bardejov, Weiterfahrt zu den Holzkirchen in der Umgebung:
Nach der Zeitmöglichkeit kurze Stop in Prešov – Stadtbesichtigung und Weiterfahrt nach Kosice. Abendessen und Übernachtung im Hotel Yasmin, Kosice.

BARDEJOV – die altertümliche Stadt gehört zu den schönsten Städten, Weltkulturerbes der UNESCO. Das bedeutungsvollste Denkmal des Platzes in Bardejov ist Pfarrkirche des Hl. Ägidius.
Das historische Stadtzentrum von Bardejov ist einzigartig durch die Menge der erhaltenen Bürgerhäuser, aus dem Mittelalter.

PRESOV – die Stadt hat eine historisch bedeutende Altstadt, wichtig ist die St. Nikolaje-Kirche, eine spätgotische Hallenkirche. Mit ihrem Bau wurde in der Mitte des 13. Jh. begonnen, aber erst 1515 konnte man sie vollenden. Die erste evangelische Kirche entstand 1647, das evangelische Kollegium 1666-1668, beide im Renaissance-Stil.

In der Umgebung von Bardejov befinden sich sieben herrliche Holzkirchen. Die älteste liegt in der Gemeinde HERVARTOV (J.1500). Westlich von Bardejov befinden sich drei hölzerne Kirchen Krive, Fricka, Lukov. Wir besuchen die wichtigsten, die in der Nähe der Stadt Bardejov liegen.

6. Tag – 16.09.2011 – (Freitag)
Kosice-Banska Bystrica – (ca 250 km)

Nach dem Frühstück Besichtigung von Kosice.
Kosice – die Metropole der Ostslowakei – Stadtbesichtigung und Hl. Messe in der St. Elizabeth Kathedrale.
Nachmittag Abfahrt der Gruppe nach Banska Bystrica (ca 3 Stunden).
Abendessen und Übernachtung im Hotel Lux in Banska Bystrica.

KOSICE – Metropole der Ostslowakei, zweitgrößte Stadt der Slowakei, der Dom St. Elizabeth ist die größte Kirche der Slowakei. Weitere Sehenswürdigkeiten: Urbansturm, Altes Rathaus, Jakab Palast, Seminarkirche, Universitätskirche, Immaculata-Mariensäule, Die Stadt besitzt mehrere Theater, Museen, Kunstgalerien.

7. Tag – 17.09.2011 – (Samstag)
Banska Bystrica – Wien (ca 290 km)

Nach dem Frühstück – Banska Bystrica – Stadt und Marienkirche Besichtigung.
Nachmittag Abfahrt der Gruppe nach Nitra. Kurze Stadt und Kathedrale Besichtigung (die Burg ist leider wegen Renovierung geschlossen). Nachmittag Abfahrt der Gruppe nach Wien.

BANSKA BYSTRICA –Die schönsten Gebäude befinden sich in dem historischem Kern der Stadt.

NITRA – älteste Stadt der Slowakei. Zentrale Dominante der Stadt ist die Burg Nitransky hrad (momentan in Renovierung). Sie wurde im 11.Jh. an der Stelle einer mächtigen slawischen Burgstätte errichtet und besteht aus mehreren Bauelementen. Den Kern bildet eine Kathedrale mit der anliegenden Residenz des Bischofs.

Gottesliebe schenkt Freiheit!

Monatsgedanken September 2011

Der folgende Text stammt aus einer Predigt des Hl. Franz v. Sales zum Fest des Hl. Augustinus:

Seht, er spricht von der Freiheit. Sie ist ja der kostbarste Teil des Menschen, denn wie ich gesagt habe, ist sie das Leben unseres Herzens. Sie ist also das Kostbarste, was wir schenken können. Sie ist außerdem das Letzte, was wir aufgeben, und es ist uns schmerzlicher, darauf zu verzichten. Gott selbst, der sie uns geschenkt hat, will sie nicht mit Gewalt haben, und wenn er verlangt, dass wir sie ihm schenken, will er, dass es freiwillig und gern geschieht. Nie hat er jemand gezwungen, ihm zu dienen, und er wird es nie tun. Er spornt uns zwar an, öffnet unser Gewissen, umgibt unser Herz, regt uns an, uns zu bekehren und ihm alles zu schenken, niemals aber nimmt er es mit Gewalt. Wahrhaftig, er könnte es tun, denn er hat die Macht, aber er will es nicht.

O Gott, wer könnte den vollkommenen Verzicht beschreiben, mit dem der hl. Augustinus der göttlichen Güte sich selbst und sein Leben ganz überließ, das nichts anderes ist als die Freiheit. Er war so sehr in heiliger Liebe entbrannt, dass er den Geschmack an allem anderen verloren hatte und in allem Geschmack an seinem Erlöser fand. Ich trank und aß, sagt er, ohne zu wissen, was ich aß; ich schlief, ohne zu wissen, was ich tat; ich fand in allem den Geschmack der Liebe meines Erlösers.

Anregende Texte zu Franz v. Sales finden Sie unter www.osfs.eu

Annafest 2011

Am Dienstag, dem 26. Juli, feierten wir das Patrozinium mit dem Neupriester P. Matthias Schlögl OSA.

Die festliche Gestaltung der Messe erfolgte durch die Choralschola von St. Anna mit der Missa de Angelis und den dreistimmigen Proprien von P. Fritz Schmalhofer OSFS.

P. Matthias, bald der neue Pfarrer in der Augustinerkirche, überraschte die Mitfeiernden mit einer sorgfältig vorbereiteten Predigt zur Geschichte der Annakirche. In seinem Segen konnte man auch einiges spüren von der guten Zusammenarbeit der beiden Orden.

Nach dem Hochamt wurde traditionsgemäß die Handreliquie der hl. Anna zur persönlichen Verehrung gereicht und den Gläubigen einzeln oder zu zweit der Primizsegen erteilt.

Ebenso traditionsgemäß fand der Abend einen stimmungsvollen Ausklang bei der Agape im Innenhof.
Herzlichen Dank allen freiwilligen Helferinnen und Helfern, die durch ihr Mitwirken zum Gelingen dieses großartigen Festes beigetragen haben!

Die Bilder zur Feier wurden zur Verfügung gestellt von Frt. Rupert Gerig OSA und Mag. Thomas Neunteufel.

Wenn die Liebe fehlt

Pflichtbewusstsein ohne Liebe macht verdrießlich,
Verantwortung ohne Liebe macht rücksichtslos,
Gerechtigkeit ohne Liebe macht hart,
Wahrheit ohne Liebe macht kritisch,
Erziehung ohne Liebe macht widerspruchsvoll,
Klugheit ohne Liebe macht heuchlerisch,
Ordnung ohne Liebe macht kleinlich,
Sachkenntnis ohne Liebe macht rechthaberisch,
Ehre ohne Liebe macht hochmütig,
Besitz ohne Liebe macht geizig,
Glaube ohne Liebe macht fanatisch,
Macht ohne Liebe macht gewalttätig,
Ein Leben ohne Liebe ist sinnlos.

 – Aus einem Beichtbild von St. Anna Wien –

Der Wille Gottes adelt unser Tun!

Monatsgedanken Juli 2011

Wir dürfen die Dinge nicht nach unserer Auffassung, sondern nach der Gottes beurteilen. Das ist das große Wort: wenn wir nach unserem Willen heilig sind, werden wir es niemals richtig sein, sondern wir müssen es nach dem Willen Gottes sein. Der Wille Gottes aber ist es, dass Sie aus Liebe zu ihm ganz frei so handeln: dass Sie aufrichtig die Erfüllung Ihrer Standespflichten lieben. Ich sage: Sie sollen sie lieben und gern tun, nicht wegen des äußerlichen Aktes, sondern wegen seines inneren Wesens, weil Gott ihn angeordnet hat, weil sich unter dieser niedrigen äußeren Schale der Wille Gottes vollzieht. Mein Gott, wie oft täuschen wir uns doch!
Ich sage Ihnen nochmals, dass wir nicht auf die äußere Beschaffenheit der Handlungen schauen sollen, sondern auf die innere, d.h. ob Gott es will oder nicht. Die weltlichen Anschauungen vermischen und vermengen sich immer wieder mit unseren Gedanken. Im Haus eines Fürsten gilt es nicht soviel, ein Küchenjunge zu sein als ein Kammerherr; im Haus Gottes aber sind die Küchenjungen und -mägde oft viel würdiger; wenn sie sich auch schmutzig machen, tun sie dies doch aus Liebe zu Gott, d.h. seinem Willen und seiner Liebe zuliebe. Und dieser Wille verleiht unseren Handlungen ihren Wert, nicht das Äußere.

Franz von Sales, Bd. 6, S. 103

70. Geburtstag Bruder Günter, Sonntag, 05. Juni 2011, 18.00 Uhr

Herzliche Einladung zur festlichen Messfeier anlässlich des 70. Geburtstages von Br. Günter Maier OSFS.

Bruder Günter verstärkt seit 1997 das Team der Sales-Oblaten in der Annakirche, als er seinen Dienst als Mesner und Hausmeister antrat und in der Umbauphase der Klosterräumlichkeiten getreulich das Haus hütete.
Den Gläubigen ist er als zuverlässiger Rosenkranz-Vorbeter, Sakristan & Ministrant, Kantor und Lektor bekannt.
Gastzelebrant ist P. Alois Haslbauer, Weggefährte aus den Anfangsjahren im Ordenshaus Eichstätt, in der bayerischen Heimat des Jubilars.

Alle guten Wünsche für ein weiteres segensreiches Wirken in Gesundheit und Zufriedenheit entbietet die St. Annagemeinde!

Weitere Bilder illustrieren das gelungene Fest.

Suche immer den Willen Gottes!

Monatsgedanken Juni 2011

Festigen Sie alle Tage immer mehr Ihren mit soviel Liebe gefassten Entschluss, Gott nach seinem Wohlgefallen zu dienen und ihm ganz zu gehören, ohne irgendetwas für Sie oder für die Welt zurückzubehalten. Nehmen Sie seinen heiligen Willen, wie immer er sein mag, in aller Aufrichtigkeit auf sich und denken Sie nie, Sie hätten die Reinheit des Herzens erreicht, die Sie ihm schenken sollen, bevor Ihr Wille nicht nur zur Gänze, sondern in allem, und sogar in den Ihnen am meisten widerstrebenden Dingen, freiwillig und freudig sich seinem hochheiligen Willen unterworfen hat. Betrachten Sie zu diesem Zweck nicht das Aussehen der Dinge, die Sie tun, sondern Ihn, der sie Ihnen befiehlt, der – wenn es ihm gefällt – seinen Ruhm und unsere Vollkommenheit aus den unvollkommensten und schwächsten Dingen zieht (1 Kor 1,27-29).

Schauen Sie nie auf die Beschaffenheit der Dinge, die Sie tun, sondern auf die Ehre, die sie, mögen sie noch so gering sein, haben, von Gottes heiligem Willen gewollt zu sein, von seiner Vorsehung befohlen und  durch seine Weisheit angeordnet zu werden. Mit einem Wort, wem sollten sie unangenehm sein, da sie doch Gott wohlgefällig und als solche anerkannt sind? Reinheit aber besteht darin, alle Dinge nach dem Gewicht des Allerheiligsten abzuschätzen und abzuwägen, das nichts anderes ist als der Wille Gottes.

Franz von Sales, Briefe II, S. 94

Reise nach Portugal, 27. März bis 4. April 2011

Auf Grund der Unruhen in der arabischen Welt haben wir uns entschlossen, eine Syrienreise aufzuschieben. Wir fahren statt dessen nach Portugal.

Zeit: 27. März 2011 – 4. April 2011
Programm: 1. Tag: Flug nach Lissabon, Besuch des Hieronymus Klosters, Torre Belem
2. Tag: In Lissabon
3. Tag: Evora, Fahrt zur Algarve
4. Tag: Lagos, Cabo des Cao Vincente, Übernachtung in Estoril
5. Tag: Sintra, Mafra, Obidos, Fatima.
6. Tag: Alcobaca, Batalha, Nazare, Fatima
7. Tag: Tomar, Conimbriga, Coimbra, Aveiro
8. Tag: Braga, Bom Jesus do Monte, Barcelos, Porto
9. Tag: Proto, Rückflug 17 Uhr über Frankfurt nach Wien. Ankunft 23:05

Franz von Sales: Ein Experte des menschlichen Herzens

Papst Benedikt XVI. sprach bei der Generalaudienz in Rom am 2. März 2011 über den heiligen Franz von Sales:

„Dieu est le Dieu du coeur humain“ [Gott ist der Gott des menschlichen Herzens] (Theotimus I,15; DASal 3,87)
In diesen scheinbar einfachen Worten lässt sich das Wesentliche der Spiritualität eines großen Lehrers erkennen ‑ Franz von Sales, Bischof und Kirchenlehrer ‑, von dem ich heute zu Ihnen sprechen möchte.

Er wurde 1567 in einer französischen Grenzregion geboren und war der Sohn des Herrn von Boisy aus einer alteingesessenen Adelsfamilie von Savoyen. Er lebte an der Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert und führte das Beste aus den Lehren und kulturellen Errungenschaften des zu Ende gehenden Jahrhunderts zusammen, indem er das Erbe des Humanismus mit der mystischen Sehnsucht nach dem Absoluten verband.

Seine Ausbildung war umfassend: die höheren Studien absolvierte er in Paris, wo er sich auch der Theologie widmete, und an der Universität von Padua. Er studierte Rechtswissenschaften, wie es sein Vater wollte, und schloss dieses glänzend mit dem Doktorgrad in utroque iure, also im Kirchen- und Zivilrecht ab.

In seiner sonst ruhigen Jugendzeit, während er sich mit dem Denken des heiligen Augustinus und des heiligen Thomas von Aquin beschäftigte, erlebte er eine tiefe Krise, die ihm die Frage nach seinem eigenen ewigen Heil in Bezug auf die göttliche Vorherbestimmung stellen ließ. Dies war auch die hauptsächliche theologische Frage seiner Zeit und sie entwickelte sich in ihm zu einem regelrechten spirituellen Drama, an dem er litt.

Er betete intensiv, trotzdem quälten ihn seine Zweifel so stark, dass er einige Wochen lang kaum noch essen oder schlafen konnte. Am Höhepunkt dieser Prüfung ging er zur Kirche der Dominikaner in Paris, öffnete dort sein Herz und betete folgendermaßen: „Was auch kommen mag, Herr, in dessen Hand alles gelegt ist und dessen Wege alle Gerechtigkeit und Wahrheit (Ps 24,10) sind; was immer durch den ewigen Ratschluss der Vorherbestimmung … über mich beschlossen sein mag, der du stets ein gerechter Richter und barmherziger Vater bist: ich will dich wenigstens in diesem Leben lieben, mein Gott; ich werde immer auf deine Barmherzigkeit hoffen und werde stets dein Lob vermehren (Ps 70,14), … Herr Jesus, du wirst immer meine Hoffnung und mein Heil im Land der Lebenden (Ps 141,6) sein.“ (DASal 11,328-329)

Der 20-jährige Franz fand in der radikalen und befreienden Wirklichkeit der Liebe Gottes seinen Frieden: Gott lieben, ohne im Gegenzug etwas von Gott zu verlangen, und seiner göttlichen Liebe ganz vertrauen; nicht länger fragen, was Gott mit mir tun wird, sondern einfach sagen: ich will Gott lieben, egal was er mir dafür gibt oder nicht gibt. So fand er seine Ruhe wieder und er löste die Frage der Prädestination, die zu dieser Zeit so heftig diskutiert wurde, indem er nicht mehr danach suchte, was er von Gott alles haben könnte, sondern Gott einfach nur liebte und sich seiner Güte überließ. Und genau das wurde zum Geheimnis seines ganzen Lebens, das in seinem Hauptwerk, der „Abhandlung über die Gottesliebe (Theotimus)“, aufleuchten wird.

Franz überwand den Widerstand seines Vaters und folgte dem Ruf des Herrn. Am 18. Dezember 1593 wurde er zum Priester geweiht. 1602 wurde er in einer Zeit Bischof von Genf, als diese Stadt die Hochburg des Calvinismus darstellte, weshalb sich sein Bischofssitz „im Exil“ in Annecy befand. Als Hirte einer armen und geplagten Diözese, in einer gebirgigen Landschaft, deren Rauheiten, aber auch deren Schönheiten er sehr gut kannte, schrieb er: „Ich bin ihm [Gott] in seiner ganzen Güte und Milde selbst inmitten unserer höchsten und rauesten Berge begegnet, wo viele einfache Seelen ihn in aller Wahrhaftigkeit und Aufrichtigkeit lieben und anbeten, wo die Ziegen und Gämsen inmitten schrecklicher Gletscher herumspringen und sein Lob künden.“ (Brief an Johanna Franziska von Chantal, Ende Oktober 1606, DASal 5,133)

Der Einfluss seines Lebens und seiner Lehre auf das Europa der damaligen Zeit und der darauf folgenden Jahrhunderte war immens. Er war Apostel, Prediger, Schriftsteller, ein Mann der Taten und des Gebets; er fühlte sich verpflichtet, die Beschlüsse des Konzils von Trient umzusetzen; in den Auseinandersetzungen und Gesprächen mit den Protestanten wuchs in ihm mehr und mehr die Überzeugung, dass persönliche Beziehungen und Nächstenliebe viel wirkungsvoller sind, als notwendige theologische Streitgespräche; er wurde mit diplomatischen Missionen auf europäischer Ebene beauftragt und mit gesellschaftlichen Aufgaben der Vermittlung und Versöhnung betraut.
Vor allem aber war Franz von Sales ein Seelenführer: aus seiner Begegnung mit der jungen Frau von Charmoisy entstand seine Idee, eines der meist gelesenen Bücher der Neuzeit zu schreiben: die „Anleitung zum frommen Leben (Philothea)“. Aus seiner tiefen geistlichen Gemeinschaft mit einer außergewöhnlichen Persönlichkeit, der heiligen Johanna Franziska von Chantal, wurde eine neue Ordensfamilie geboren, die Schwestern der Heimsuchung Mariens, deren besondere Charaktereigenschaft – nach dem Wunsch des Heiligen – darin besteht, sich ganz Gott zu weihen und ein Leben in Demut und Einfachheit zu führen, in dem gerade die gewöhnlichen Dinge außergewöhnlich gut getan werden. Ich will, schrieb er, „dass meine Töchter keinen anderen Anspruch erheben, als ihn (Gott) durch ihre Demut zu ehren.“ (Brief an Erzbischof de Marquemont, Juni 1615; DASal 8,231) Er starb 1622 mit 55 Jahren nach einem Leben, das durch die Rauheiten seiner Zeit und die Anstrengungen seiner Seelsorge geprägt war.

Das Leben des heiligen Franz von Sales war relativ kurz, aber er lebte es mit großer Intensität. Ein Eindruck seltener Vollendung geht von diesem Heiligen aus, die sich nicht nur in der Gelassenheit seines intellektuellen Forschens, sondern auch im Reichtum seiner Liebe und in der „Milde“ seiner Lehre zeigte, die großen Einfluss auf das christliche Gewissen hatte. Er verkörperte mehrere Bedeutungen des Wortes „Menschlichkeit“, das heute wie gestern auch Kultur und Höflichkeit, Freiheit und Freundlichkeit, Adel und Solidarität bedeuten kann. Sein Auftreten hatte etwas von der Majestät jener Landschaft, in der er lebte, ebenso wie die darin enthaltene Einfachheit und Natürlichkeit. Die alten Worte und Bilder, mit denen er sich ausdrückte, klingen sogar noch in den Ohren der Menschen von heute überraschend bodenständig und vertraut.

An Philotea, der fiktiven Empfängerin seiner „Anleitung zum frommen Leben“ (1609), richtete Franz von Sales eine Einladung, die zum damaligen Zeitpunkt als revolutionär galt. Es ist die Einladung, ganz Gott anzugehören und dennoch in der Welt zu leben und die Aufgaben des eigenen Standes vollkommen zu erfüllen. „Ich dagegen will gerade jenen helfen, die in der Stadt, im Haushalt oder bei Hof leben […]“ (Philothea, Vorwort; DASal 1,25). Jenes Dokument, in dem Papst Leo XIII. mehr als zwei Jahrhunderte später Franz von Sales zum Kirchenlehrer erklärte, bestätigte diese Ausweitung der Berufung zur Vollkommenheit und Heiligkeit. Leo XIII. schrieb dort: „[Echte Frömmigkeit] hat sich den Weg zu den Königsthronen [gebahnt], den Zelten der Heerführer, in die Gerichtshöfe und Werkstätten und sogar in die Flecken der Hirten.“ (Breve „Dives in Misericordia“, 16. November 1877)
Damit war die Berufung der Laien geboren, die weltlichen Güter zu segnen und den Alltag zu heiligen, wie das Zweite Vatikanische Konzil und die Spiritualität unserer Zeit betonen.

Franz von Sales sprach vom Ideal einer ausgesöhnten Menschheit, von der Harmonie zwischen dem aktiven Handeln in der Welt und dem Gebet, zwischen dem weltlichen Stand und dem Streben nach Vollkommenheit mit Hilfe der Gnade Gottes, die das Menschliche durchdringt und reinigt, ohne es zu zerstören, und zu den göttlichen Höhen erhebt.

Theotimus, dem erwachsenen, spirituell reifen Christen, an den er sich ein paar Jahre später in seiner „Abhandlung über die Gottesliebe“ als Adressaten wendet, erteilt Franz von Sales eine komplexere Lehre. Diese beginnt mit einer genauen Vision vom Menschen, einer Anthropologie: Der „Verstand“ des Menschen, genauer seine „vernunftbegabte Seele“ wird als ein harmonisches Gebilde gezeichnet, als ein Tempel, der sich aus mehreren Vorhöfen um ein Zentrum zusammensetzt. Dieses Zentrum nennt er vereint mit den großen Mystikern den „Gipfel“, die „Spitze“ der Seele. Es ist die Spitze, in der die Vernunft, nachdem sie alle Stufen durchlaufen hat, „die Augen schließt“, und wo das Wissen eins wird mit der Liebe (vgl. Theotimus I,12; DASal 3,82-85). Die Tatsache, dass die Liebe in ihrer theologischen, göttliche Dimension der Grund des Seins aller Dinge ist, eine aufsteigende Leiter, die offenbar keine Brüche oder Abgründe kennt, fasst Franz von Sales in einem berühmten Satz zusammen: „Der Mensch ist die Vollendung des Weltalls, der Geist Vollendung des Menschen, die Liebe Vollendung des Geistes und die göttliche Liebe Vollendung der Liebe.“ (Theotimus X,1; DASal 4,168)

In einer Epoche intensiver mystischer Blüte war die „Abhandlung über die Gottesliebe“ eine wahre und echte Summa sowie ein faszinierendes literarisches Werk. Seine Beschreibung der Reiseroute zu Gott beginnt mit der Erkenntnis der „natürlichen Neigung“ (Theotimus I,16; DASal 3,90) des menschlichen Herzens, Gott über alles zu lieben, obwohl er ein Sünder ist. Franz von Sales folgt dem Vorbild der Heiligen Schrift und spricht von der Vereinigung zwischen Gott und Mensch, in dem er eine ganze Reihe von Bildern aus dem Bereich der zwischenmenschlichen Beziehungen verwendet. Gott ist Vater und Herr, Ehegatte und Freund; er hat mütterliche Eigenschaften, er stillt den Menschen an seiner göttlichen Mutterbrust. Er ist die Sonne, für die selbst die Nacht eine geheimnisvolle Offenbarung darstellt. Dieser Gott zieht den Menschen mit den Banden seiner Liebe an sich, die aus wahrer Freiheit bestehen: „Denn die Liebe hält keine Sträflinge und keine Sklaven, sondern stellt alles unter ihren Gehorsam mit einer so bezaubernden Kraft, dass zwar nichts so stark ist wie die Liebe, aber auch nichts so liebenswert wie ihre Kraft.“ (Theotimus I,6; DASal 3,63)
Wir finden in der „Abhandlung“ unseres Heiligen eine tiefgründige Betrachtung über den menschlichen Willen und die Beschreibung seines Fließens, Hinübergehens und Sterbens, (vgl. Theotimus IX,13; DASal 4,153-155), um nicht nur in völliger Hingabe an den Willen Gottes zu leben, sondern auch an das, was Gott gefällt, an sein „bon plaisir“, sein „Wohlgefallen“ (vgl. Theotimus IX,1). Auf dem Gipfel dieser Vereinigung mit Gott findet sich zusätzlich zur Entrückung beschaulicher Ekstasen die konkrete Nächstenliebe wieder, die auf alle Bedürfnisse des Anderen achtet und die Franz von Sales „Ekstase der Tat“ nennt (Theotimus VII, 6; DASal 4,49-51)

Durch das Lesen dieses Buches über die Gottesliebe und mehr noch seiner vielen Briefe der Seelenführung und geistlichen Freundschaft spürt man, welch ein Experte des menschlichen Herzens Franz von Sales war. An die heilige Johanna Franziska von Chantal schrieb er: „Dies soll die Grundregel unseres Gehorsams sein: Ich schreibe sie in großen Buchstaben: ALLES AUS LIEBE TUN UND NICHTS AUS ZWANG! MEHR DEN GEHORSAM LIEBEN, ALS DEN UNGEHORSAM FÜRCHTEN! – Ich lasse Ihnen den Geist der Freiheit; nicht jenen, der den Gehorsam verneint, denn dies ist die Freiheit des Fleisches, sondern jenen, der Zwang, Skrupel und Hast ausschließt.“ (Brief vom 14. Oktober 1604; DASal 5,58) Nicht umsonst entdecken wir am Ursprung vieler Wege der Pädagogik und Spiritualität unserer Zeit den Stempel dieses Lehrers, ohne den es keinen heiligen Johannes Bosco gäbe und auch nicht den heroischen „kleinen Weg“ der heiligen Theresia von Lisieux.

Liebe Schwestern und Brüder, in einer Zeit wie der unsrigen, die nach Freiheit sucht, selbst mit Gewalt und Unruhen, sollten die zeitlosen Gedanken dieses großen Lehrers der Spiritualität und des Friedens nicht fehlen, eines Lehrers, der seinen Schülern den „Geist der Freiheit“ gab, den wahren Geist der Freiheit als Krönung seiner faszinierenden und vollkommenen Lehre über die Wirklichkeit der Liebe. Franz von Sales ist ein beispielhafter Zeuge des christlichen Humanismus. Mit seinem zugänglichen Stil, mit Worten, die zeitweise den Hauch von Poesie besitzen, erinnert er daran, dass der Mensch in seinem tiefsten Inneren die Sehnsucht nach Gott trägt und dass nur in Gott die wahre Freude und vollkommenste Erfüllung gefunden werden kann.
Einen herzlichen Gruß richte ich an alle Gäste deutscher Sprache und heute ganz besonders natürlich an die Pilger aus Pentling. Insbesondere danke ich auch den Südtirolern für die schöne Musik. Wie der heilige Franz von Sales wollen wir uns der Hand Gottes anvertrauen und uns von seiner Liebe immer mehr prägen lassen. Der Herr segne euch alle.