
Sagen wir nun etwas über die Verehrung, die wir für die heilige Jungfrau haben müssen. Die Weltleute stellen sich gewöhnlich vor, die Verehrung unserer lieben Frau bestehe darin, einen Rosenkranz am Gürtel zu tragen, und es scheint ihnen zu genügen, davon einen Teil zu beten, ohne sonst etwas zu tun. Darin täuschen sie sich sehr. Unsere teure Herrin will ja, dass man tut, was ihr Sohn befiehlt (Joh 2,5), und sie betrachtet als ihr selbst erwiesen die Ehre, die man ihrem Sohn erweist, wenn man seine Gebote beobachtet.
Dafür gibt es Beispiele. Ich will mich damit begnügen, davon eines oder zwei zu nennen. Als die Mutter des Kaisers Nero, dieses Unmenschen, der die Kirche Gottes so schwer verfolgt hat, mit ihm schwanger war, ließ sie die Zauberer und Wahrsager kommen, um zu erfahren, was aus ihrem Kind werde. Als sie befragt wurden, wahrsagte einer von ihnen, dieses Kind werde Kaiser sein, herrschen und groß sein. Ein anderer jedoch, der bemerkte, dass ihr das schmeichelte, sagte ihr, er werde wirklich Kaiser sein, doch sobald er es sei, werde er sie töten lassen. Da antwortete diese bedauernswerte Mutter: Das macht nichts, „wenn er nur herrscht“ (Tacitus). Seht, wie die stolzen Herzen nach Ehren und Vergnügungen verlangen, die ihnen oft schädlich sind.
Wir haben ein anderes Beispiel im 1. Kapitel des 1. Buches der Könige. Dort wird berichtet, dass die Königin Batseba David aufsuchte und vor ihm mehrere Kniefälle und Ehrenbezeugungen machte. Als der König das sah, erkannte er, dass sie etwas begehrte, und fragte sie, was sie wünsche. Batseba antwortete: Herr, dass mein Sohn nach dir König sei. Wenn nun die Mütter natürlicherweise so sehr wünschen, dass ihre Kinder herrschen und geehrt werden, mit wieviel mehr Recht dann unsere liebe Frau, die weiß, dass ihr Sohn Gott ist. Die Ehre des Sohnes ist auch die der Mutter.
(aus einer Predigt des Hl. Franz v. Sales zum Fest Maria Immaculata, DASal 9,336)
Siehe auch: www.osfs.eu

Monatsgedanken Oktober 2014
Franz von Sales ebnet in seiner Philothea „Wege der Freundschaft mit Gott“.
Annafest, 26. Juli 2014, 18.00 Uhr
Bevor der Grundstein für St. Anna gelegt wurde, befand sich auf dem Areal bereits ein Pilgerhaus. Als der Orden der Oblaten des hl. Franz von Sales rund 400 Jahre später hier eine neue Heimat fand, machte er es sich zu seiner Aufgabe, die Tradition dieser Offenheit für Suchende zu bewahren.
Im Hof des Ordenshauses fand das Fest noch seinen Ausklang für alle bei Speis, Trank und Geplauder, wie bei einer großen Familienzusammenkunft eben, wo man nicht alle kennt, nicht mit allen gleich gut auskommt, aber weiß, dass man zusammengehört, weil nun einmal alle dieselbe Verwurzelung haben.
„Hier ist ein Ort, wo ein wenig der Himmel die Erde berührt.“
Wenn wir gesündigt haben, sagt Gott nicht: Ich mag dich nicht mehr. Zu denen, die geschieden und wiederverheiratet sind, sagt Gott nicht: Von euch distanziere ich mich.